... Nach dem Zuschlag 1931 für die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele fünf Jahre später in der deutschen Hauptstadt sollte er in seine neuen Planungen konzeptionell die Ausrichtung auf dieses Großereignis mit einbeziehen.
Bauarbeiten am Berliner Olympiastadion
Marchs Planungen sahen unter anderem eine Vertiefung des Stadions, die Einbeziehung des Sportforums und der Berliner Messehallen sowie die Nutzung des Militärlagers Döberitz als olympisches Dorf vor. Als Hitler am 5. Oktober 1933 dem späteren Reichssportfeld seinen bis dato ersten Besuch abstattet, soll er den Umbau des Deutschen Stadions rigoros abgelehnt haben und meinte, "der deutsche Sport braucht etwas
Gigantisches". Kurze Zeit später lieferte March drei Entwürfe, die Hitlers Größenwahn gerecht werden sollten.In nur 940 Tagen Bauzeit wurde ohne Rücksicht auf die Baukosten die größte und monumentalste Sportarena Deutschlands errichtet. Zeitweise waren täglich 500 Firmen mit 2.600 Arbeitern im Zweischicht-Betrieb beschäftigt, das 131 Hektar große Gelände, das im Olympiastadion sowie dem danebenliegenden 20.000 Zuschauer fassenden Schwimmstadion seinen Mittelpunkt hatte, für die olympischen Spiele fertig zu stellen.
Werner Marchs Entwürfe hatten ursprünglich eine moderne Stahlbetonkonstruktion vorgesehen, die Hitler aber nicht gefiel, und durch eine Verkleidung aus Muschelkalk, die eine Idee des Haus- und Hofarchitekten Albert Speer war, verdeckt wurde.
Das gewaltige Stadionoval wurde im Juli 1936 fertig gestellt und mit den am 1. August 1936 beginnenden 11. Olympischen Sommerspielen offiziell eingeweiht.
Luftbildaufnahme des Berliner Olympiastadions
Auf den 40 Reihen des Unterringes und den 31 Reihen des Oberringes, den 136 Pfeiler trugen, waren 65.189 Sitz- und 31.682 Stehplätze verteilt.
Damals wie heute dient das Olympische Tor als Haupteingang, das im Osten der Anlage liegt. Es wird durch die zwei 36 Meter hohen Türme, den so genannten Preußen- und Bayernturm, charakterisiert. Zwischen ihnen hängen die Olympischen Ringe.
11. Olympische Sommerspiele
Wenn man die Arena durch die Ostkurve betritt, kann man auf der gegenüberliegenden Seite durch das 95 Meter breite Marathontor, dass das Stadionrund durchbricht, auf das Maifeld und den Glockenturm schauen. Auf den Treppen des Marathontores erhebt sich auf einem Altar der Dreifuß mit Feuerschale, in der während der Sommerspiele 1936 das olympische Feuer brannte.
Auf dem Maifeld, dass für das olympische Poloturnier und Massenaufmärsche angelegt wurde, stehen vier weitere Turmbauten, die den Schwaben, Franken, Sachsen und Friesen gewidmet sind...
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Konzept & Design E.B.