... Der 1. Weltkrieg und die darauffolgenden wirtschaftlich-schwierigen Bedingungen der Nachkriegs-zeit sollten auch an Hertha 92 jedoch nicht spurlos vorübergehen. Es wurde für den Verein aus dem Weddinger Arbeiterbezirk immer schwieriger, die Pacht für den Schebera-Platz aufzubringen, den jetzt die Wollanksche Familienstiftung verwaltete. Norden-Nordwest (NNW) drohte als Mitbenutzer des Platzes Hertha zu überflügeln.
Der vollbesetzte "Zauberberg"
Der Ausweg hieß nur, eine Fusion mit dem sportlich schwachen, aber wohl-situierten Berliner SC 1899 einzugehen - der Verein nannte sich fortan "BFC Hertha 1892 - Hertha BSC Berlin".
Am 1. Juni 1923 gründeten finanzstarke BSC-Mitglieder die "Sportplatz - Bau- und Betriebs - GmbH", die mit dem Tag der Gründung das Gelände der ehemali-gen Schebera-Eisbahn, welches gegenüber dem bisherigen Schebera-Sportplatz gelegen war, an der berühmten "Millionenbrücke" erwarb.
Diese Brücke wurde unter den Berlinern so genannt, da ihr Bau ungeheure 2 Millionen Reichsmark verschlungen hatte.
Schon Ende 1923 wurde durch eine kräftige Finanzspritze eines Mitgliedes mit dem Ausbau des neuen Platzes begonnen. Die Holztribüne sollte 3.600 Zuschauern Platz bieten, und Hertha höhere Einnah-men verschaffen.
Die in der Folgezeit erbauten großen Hintertortribünen, im Volksmund "Zauberberg" und "Uhrenberg" genannt, verschafften der "Plumpe" die bis heute überlieferte einmalige Atmosphäre.
Das nahegelegene Luisenbad, dessen Wasser eine heilende Wirkung nachgesagt wurde, verlieh dem Gesundbrunnen im übrigen den Namen. Die mit diesem Heilbad verbundene Pumpe wurde im Berliner Volksmund einfach "Plumpe" genannt. Daher rührt der Name für diesen Mythos.
Der Uhrenberg
Die Arena, die wohl am besten mit den heutigen englischen Stadien vergleichbar war, fasste nach dem Abschluß aller Um- und Ausbaumaßnahmen bis zu 35.239 Zuschauer. Mit ihrem einzigartigen Ambiente stieg das Hertha-Heimstadion 1936 auch zu olympischen Fußball-Ehren auf. Die Kicker von Peru, Finn-
Der Uhrenberg nach dem Krieg
land, Japan, Schweden sowie Österreich absolvierten in diesem Stadion ihre Gruppenspiele.
Der alsbald beginnende zweite Weltkrieg sollte auch für die "Plumpe" ein ver-heerendes Ende vorgesehen haben.
Als am Mittag des 2. Mai 1945 auch endlich am Gesundbrunnen der Lärm des Krieges verstummte, begannen die noch verbliebenen wenigen Herthaner mit der Bestandsaufnahme...
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Konzept & Design E.B.