Fleißige Helfer bei der Arbeit...
...Auszug aus der Hertha BSC-Chronik: "Unser Sportplatz war nicht wiederzuerkennen. Tellerminen lagen überall herum und zwangen zur größten Vorsicht. Die Spielfläche hatte über 200 Bombentreffer aufzuweisen und sah wie umgepflügt aus. Hinter dem Uhrenberg türmten sich Mengen von Munition, Gewehren und Uniformstücken. Die toten Soldaten brachten wir zur hinteren Seitentribüne, um für
eine würdige Grabstätte sorgen zu können. Nach Abzug der Kampftruppen konnten wir unser Ge-schäftszimmer notdürftig aufräumen und dabei feststellen, dass viele schöne Erinnerungspreise nicht mehr vorhanden waren und von Volksgenossen in eigene Sicherheit gebracht worden sind. In der Nacht vom Sonntag des 6. Mai 1945 zum Montag erhellte ein riesiger Feuerschein unsere Gegend, der seinen Ursprung in dem Brand unserer Tribüne hatte. Wasser stand uns nicht zur Verfügung, und
nur durch Abstoßen der brennenden Teile gelang es uns, einen Teil der vorderen Seitentribüne zu retten, die uns bis zum Umbau des Platzes gute Dienste geleistet hat."
Mit Hilfe vieler Helfer wurden in der Folgezeit die gröbsten Schäden beseitigt, eine provisorische Umzäunung hergerichtet, und eine Baracke zum Umkleiden erbaut - neues Leben aus den Ruinen.
Blick auf den Eingangsbereich
Nach langwierigen Verhandlungen mit dem Magistrat, der eigentlich ein neues Großstadion im nahen Humboldthain errichten wollte, konnte das Hertha-Führungsgespann Wernicke-Windgassen die offiziellen Stellen doch für einen Ausbau des Hertha-Platzes gewinnen.
Zerschossen und zerbombt...
Der neugegründete VBB (Verein Berliner Ballspieler) übernahm die Kosten für die Renovierung der Spielfläche, und mit Hilfe einer Finanzierungsgesellschaft wurden in monatelanger Arbeit die Zuschauerränge neu gestaltet.
Bis zum 10.12.1950, als die renovierte Anlage mit dem Spiel gegen Wacker 04 (1:1) wieder ihrer Bestimmung übergeben wurde, absolvierte die Herthaelf ihre Heimspiele als "Untermieter" im Wacker-Schmuckkästchen von Reinickendorf.
Nach der Sanierung des Hertha-Platzes fanden noch ca. 20.000 Besucher in dem "begeisternd-kleinen und engen" Stadion Platz.
1963/64, zur Gründung der neu eingeführten Bundesliga, zog Hertha BSC ins Olympiastadion um. Die DFB-Voraussetzungen - Fassungsvermögen 35.000 Zuschauer sowie eine Flutlichtanlage - erfüllte die "Plumpe" nicht...
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Konzept & Design E.B.